Beschreibung
Porsche – „Wir sind nicht blöd.“
Wenn ein Automobilhersteller externe Designunterstützung sucht
„Wir sind nicht blöd. Wir haben sehr wohl registriert, dass die Designer keine Porsche-Leute sind.“
Mit diesem Satz sorgte der Chairman von SAIC bei einer Präsentation in Shanghai für einen Moment der Überraschung – und bei uns für ein Schmunzeln.
Aber der Reihe nach.
Design ist für einen Automobilhersteller ein besonders sensibles Thema. Es verkörpert einen wesentlichen Teil der Identität eines Unternehmens. Deshalb ist es alles andere als selbstverständlich, wenn ein Hersteller wie Porsche bei Designprojekten externe Unterstützung in Anspruch nimmt.
Dass die Wahl bei verschiedenen Projekten auf Target Design fiel, war für uns deshalb eine besondere Auszeichnung.
Vertrauen durch Erfahrung
Vor der Gründung von Target Design 1980 sammelte H-G Kasten über viele Jahre Erfahrung im Porsche Styling. Er kennt die Entwicklungsprozesse, die hohen Anforderungen und die besondere Designkultur des Unternehmens aus erster Hand.
Dieses Verständnis war eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit. Target Design unterstützte Porsche bei verschiedenen Projekten – unter anderem im Umfeld des 911, des 987 sowie bei einem außergewöhnlichen externen Kundenprojekt für den chinesischen Automobilhersteller SAIC.
Dieses Projekt sollte eine besondere Herausforderung werden.
Design und Engineering gleichzeitig
SAIC plante die Entwicklung eines 15-sitzigen Minibusses.
Das Besondere: Design und Engineering sollten gleichzeitig entstehen.
Simultaneous Design war auch für uns damals eine neue Erfahrung. Während das Design entwickelt wurde, arbeiteten die Ingenieure bereits parallel an der technischen Umsetzung.
Das erforderte vor allem eines: eine außergewöhnlich enge und präzise Kommunikation, so wurden wir von Porsche als Teil des Designteams gegenüber dem Endkunden eingesetzt.
Nach der Ideation entwickelten wir die 3D-Modelle, die gleichzeitig mehrere Funktionen erfüllen mussten: Sie dienten als Grundlage für die Präsentation beim Kunden, als Basis für die technische Weiterentwicklung und als Ausgangspunkt für unseren Modellbau. Die Schalttafel wurde von uns im Maßstab 1:1 modelliert. Das Exterieur des 15- sitzigen Minibusses entstand im Maßstab 1:2,5. So konnten wir die Gestaltung frühzeitig dreidimensional überprüfen und die Entwürfe parallel zur technischen Entwicklung weiterentwickeln.
Die Präsentation in Shanghai
Die finale Präsentation fand bei SAIC in Shanghai statt. Wir durften Porsche bei diesem wichtigen Termin persönlich unterstützen.
Die Präsentation verlief erfolgreich. Doch anschließend sorgte der Chairman mit einer Bemerkung für einen besonderen Moment. Sinngemäß sagte er:
„Wir sind nicht blöd. Wir haben sehr wohl registriert, dass die Designer keine Porsche-Leute sind. Aber wir sind mit dem Design sehr zufrieden. Was wir über das Engineering nicht uneingeschränkt sagen können.“
Der verantwortliche Porsche-Projektleiter antwortete:
„Ja, das stimmt. Aber wir wissen, mit wem man so etwas machen kann.“
Mehr Bestätigung konnte man sich als externes Designstudio kaum wünschen.
Externe Unterstützung braucht Vertrauen
Das Projekt zeigte eindrucksvoll, worauf es bei externer Designunterstützung für einen Automobilhersteller ankommt.
Nicht nur auf gute Ideen.
Sondern auf ein tiefes Verständnis für die Marke, Erfahrung mit komplexen Entwicklungsprozessen und die Fähigkeit, sich nahtlos in bestehende Strukturen einzufügen.
Für Porsche war Target Design in diesem Projekt nicht einfach ein externes Designbüro. Wir konnten die Perspektive eines unabhängigen Studios mit der Erfahrung aus der direkten Arbeit im Porsche Styling verbinden.
Wenn ein Automobilhersteller externe Designunterstützung sucht, muss er darauf vertrauen können, dass die externe Kompetenz die eigene Designkultur versteht und glaubwürdig vertritt.
Bei diesem Projekt in Shanghai wurde dieses Vertrauen auf eine besonders charmante Art bestätigt.












































