Beschreibung
Wenn ein Produkt zunächst keinen Ansatzpunkt für Design erkennen lässt
Case Study: Centra Zieloptik
Manchmal beginnt ein Designprojekt genau dort, wo man zunächst keines vermutet.
Regelmäßig besuchen wir Fachmessen. Nicht nur, um Trends und neue Technologien zu beobachten, sondern auch, um interessante Unternehmen und potenzielle Kunden kennenzulernen. Viele der dort präsentierten Produktgruppen gehören zu unserem Tätigkeitsfeld – darunter auch optische Geräte wie Zielfernrohre, Rotpunktvisiere, Dioptervisiere und Ferngläser, die wir für Hersteller von der ersten Idee bis zur Serienreife gestalten.
Auf der IWA führte uns unser Weg an den Stand von Centra. Centra entwickelt und produziert hochpräzise Zieleinrichtungen für internationale Spitzensportler – unter anderem für Biathlon und die olympischen Schießsportdisziplinen. Das Unternehmen verfügt über eine beeindruckende technische Kompetenz und ein außergewöhnlich spezialisiertes Produktportfolio.
Unser erster Eindruck war allerdings eindeutig: Die Produkte waren so konsequent technisch, schlicht und funktional gestaltet, dass wir zunächst keinen Ansatzpunkt für unsere Arbeit als Designer sahen. Wo sollte hier eine Designaufgabe entstehen?
Auch das anschließende Gespräch mit dem Geschäftsführer J. Z. schien diesen Eindruck zunächst zu bestätigen.
Doch dann nahm das Gespräch eine unerwartete Wendung. J. Z. war mit H.S., dem Hersteller des damals brandneuen Jagdgewehrs XceedR von TTS, befreundet. Herr Z. hatte die Entwicklung dieser außergewöhnlichen, von uns gestalteten Jagdwaffe aufmerksam verfolgt und war beeindruckt davon, wie stark ein konsequentes Design die Wahrnehmung eines technisch geprägten Produkts verändern kann.
Das Xceed R war nicht nur eine technisch überzeugende Jagdwaffe, ihr eigenständiges Erscheinungsbild sorgte für Aufmerksamkeit und trug maßgeblich dazu bei, das Produkt aus der Masse des Wettbewerbs herauszuheben. Dieser Eindruck führte schließlich auch bei Centra zu einem Umdenken.
Aus dem anfänglichen Eindruck, dass es für uns als Designer bei Centra kaum einen Ansatzpunkt geben könnte, entstand eine konkrete Aufgabe: die Entwicklung einer neuen Zieloptik.
Eine Aufgabe, die uns zunächst nicht möglich erschien – und gerade deshalb besonders reizvoll war.
Und es funktionierte, gemeinsam entwickelten wir den Diopter Spy, der nun die technische Präzision und Funktionalität von Centra mit einer eigenständigen, zeitgemäßen Gestaltung verbindet.
Wir sind gespannt, wie sich dieses neue Produkt am Markt behaupten wird.
Denn manchmal muss man ein Unternehmen nicht dort abholen, wo es bereits stark ist – sondern dort, wo es selbst noch ungenutztes Potenzial erkennt.




















